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BACHELORARBEIT · DIGITAL BUSINESS

Der Einfluss WCAG-konformer Webgestaltung auf Konversionsrate und Nutzererlebnis im E-Commerce

Für meine Bachelorarbeit habe ich zwei funktionale E-Commerce-Testwebsites entwickelt und empirisch untersucht, wie sich eine WCAG-orientierte Gestaltung auf Nutzererlebnis und aufgabenbasierte Conversion auswirkt.

HTML CSS JavaScript PHP WCAG 2.2 UX Research E-Commerce IONOS

Kann Accessibility auch Business-Ziele unterstützen?

Barrieren in Produktsuche, Warenkorb oder Checkout können verhindern, dass Nutzer einen Kaufprozess erfolgreich abschließen.

Ziel meiner Arbeit war deshalb nicht nur zu untersuchen, ob eine barriereärmere Website Menschen mit Beeinträchtigungen unterstützt, sondern auch, ob daraus Nachteile für Menschen ohne Beeinträchtigungen entstehen.

“

Inwiefern beeinflusst eine WCAG-konforme Webgestaltung im E-Commerce die Konversionsrate und das Nutzererlebnis von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen?

Zwei funktionale E-Commerce-Prototypen

Beide Websites wurden inhaltlich und strukturell parallel aufgebaut und simulieren einen Online-Shop für Smartphones und Smartphone-Zubehör.

✓

Startseite

✓

Produktübersichten

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Produktdetailseiten

✓

Filterfunktionen

✓

Warenkorb

✓

Simulierter Checkout

TECHNICAL SETUP

HTML + CSS + JavaScript ↓ E-Commerce Prototypes ↓ PHP Tracking ↓ Data

Hosting & Bereitstellung über IONOS

Was wurde in Website B verändert?

Website A diente als nur teilweise WCAG-konforme Vergleichsversion. Website B wurde gezielt anhand ausgewählter WCAG-2.2-Anforderungen optimiert.

Website A mit geringerer Accessibility WEBSITE A
WCAG-orientiert optimierte Website B WEBSITE B
01

Semantische Struktur

Klarere Überschriften, Inhaltsbereiche und semantische HTML-Elemente.

02

Alternativtexte

Relevante Bilder und Icons wurden mit aussagekräftigen Alternativtexten versehen.

03

Kontraste

Kontraste von Texten, Buttons und wichtigen Interaktionselementen wurden verbessert.

04

Formulare

Formularfelder erhielten eindeutigere Labels und verständlichere Fehlermeldungen.

05

Tastatur

Zentrale Funktionen wurden auch ohne Maus bedienbar gemacht.

06

Focus States

Fokuszustände wurden sichtbar und nachvollziehbar gestaltet.

Vor der Hauptstudie: ein Pilottest

Fünf Personen mit Beeinträchtigungen testeten die optimierte Website B vor der eigentlichen Untersuchung.

Dadurch konnten konkrete Probleme identifiziert und vor dem Haupttest verbessert werden.

PROBLEM Filterbedienung mit Screenreader
→
IMPROVEMENT bessere Filterführung
PROBLEM Fokuslogik
→
IMPROVEMENT klarere Fokusführung
PROBLEM Warenkorb-Overlay per Tastatur
→
IMPROVEMENT bessere Tastaturbedienbarkeit

Experimentelles 2×2-Design

Jede Person testete ausschließlich eine der beiden Website-Versionen.

WEBSITE A
WEBSITE B
Mit Beeinträchtigung
20 Teilnehmende
19 Teilnehmende
Ohne Beeinträchtigung
33 Teilnehmende
33 Teilnehmende
105 gültige Datensätze

Ein realitätsnaher Kaufprozess

01

Smartphone finden

Smartphone zwischen 1.000 € und 1.500 € mit 256 GB finden.

→
02

Zubehör auswählen

Passende Schutzhülle unter 100 € finden.

→
03

Warenkorb

Beide Produkte in den Warenkorb legen.

→
04

Checkout

Simuliertes Formular ausfüllen und Bestätigungsseite erreichen.

↗

Event Tracking

JavaScript-Tracking für Produktauswahl, Filter, Warenkorb, Checkout, Task-Erfolg und Abbruch.

◯

Fragebogen

Usability, Orientierung, Vertrauen, wahrgenommene Barrierefreiheit und Ästhetik.

✎

Offene Antworten

Wahrgenommene Barrieren, hilfreiche Elemente und Verbesserungsvorschläge.

Was kam dabei heraus?

Das deutlichste Muster zeigte sich bei Menschen mit Beeinträchtigungen.

MIT BEEINTRÄCHTIGUNGEN

Website A 55%
→
Website B 89.5%

Die aufgabenbasierte Konversionsrate war auf Website B signifikant höher.

p = .031

OHNE BEEINTRÄCHTIGUNGEN

81.8% A
=
81.8% B

Keine Verschlechterung der Conversion erkennbar.

SUS · MIT BEEINTRÄCHTIGUNGEN

57.50 A
→
85.92 B

Website B wurde deutlich positiver hinsichtlich Usability bewertet.

WEBSITE A

Häufig genannte Barrieren

  • unklare Screenreader-Ausgaben
  • Tastaturbedienung & Fokus
  • Filter & Auswahlfelder
  • Beschriftungen

WEBSITE B

Häufig genannte Stärken

  • klare Struktur
  • bessere Orientierung
  • Übersichtlichkeit
  • unterstützende Navigation

WHAT I LEARNED

Accessibility ist kein „Extra Feature“.

Das Projekt hat mir gezeigt, dass Accessibility Struktur, Interaktion, Usability und letztlich die gesamte User Experience beeinflusst.

Besonders spannend war für mich die Verbindung zwischen Webentwicklung, UX und wirtschaftlich relevanten Zielgrößen wie Conversion.

Good accessibility can improve the experience for those who need it — without making it worse for everyone else.

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